Der Di, der Da, der Dichter

James Krüss ist einer der ganz Großen für unsere Kleinen. Der zweimal mit dem deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnete Autor hielt Kinder „für das anspruchsvollste Publikum“. Diese Haltung und seine Liebe zur Sprache haben ihn zu einem der erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautoren der Nachkriegszeit gemacht.

Seit mein Sohn einigermaßen still sitzen und einigermaßen aufmerksam zuhören konnte, haben wir James Krüss gelesen. Angefangen haben wir mit der „Henriette Bimmelbahn“ und uns dann langsam in sein Werk hineingelesen. Es gab Zeiten, da konnten wir die lange Version des gewaltigen ABC-Gedichtes der „Arche Noah“ auswendig aufsagen, zumindest die Buchstaben, bei denen lustige Sachen passieren, was bei fast allen Buchstaben der Fall ist. Bis heute hat sich der Anfang der R-Strophe in den familiären Sprachgebrauch eingeschlichen und an Regen-Tagen hört man „Regen, Regen, nichts als Regen / Rieselt, raschelt, rauscht und rinnt.“

Anfang des Jahres hatte ich für ein Kinderfilmprojekt Kontakt mit dem Bühnenverlag Weiterndorf, der wiederum Teil der Verlagsgruppe Oetinger ist – der „Verlags-Heimat“ von James Krüss. Aus dem Film ist bisher leider nichts geworden, aber hinter den Kulissen wurde mein Name zur Erbengemeinschaft James Krüss weitergeicht, die einen Filmemacher für den Film zum 100. Geburtstag von James Krüss suchte. Als ich Ulrike Schuldes, der Vertreterin der Erbengemeinschaft, bei unserem ersten Telefonat meine private James-Krüss-Bibliothek zeigte, wusste sie sofort, dass sie an den Richtigen geraten war. Budget war eher knapp und einen Film über Leben und Werk aus Archivmaterial fanden wir zu anspruchslos. Mir kam die Idee, dass der schönste Geburtstagsgruß wäre, wenn die Leser selbst wieder James Krüss lesen würden, woraus wir gemeinsam ein Konzept entwickelten. Ein Gedicht. Alle das gleiche. Egal ob gelesen, gesungen, gespielt oder gemalt. Hauptsache, sie würden sich dabei filmen und uns das Material schicken.

Foto © Frithjoff Rachow

Titelbild © Konrad Piepenburg

Es war eine riskante Idee mit ungewissem Ausgang – doch wurden wir reich belohnt. Wir bekamen so viel tolles Material von so vielen tollen Lesern. Angefangen von seinen Verlegern, langjährigen Wegbegleitern und der Helgoländer Verwandtschaft, bei denen Frau Schuldes fleißig die Werbetrommel rührte und die „Grüße an den Onkel James“ schickte (weich ausgesprochen als „Jeims“). Wir bekamen aber auch viele tolle Videos von ganz normalen Lesern, die seine Texte so schätzen und lieben wie ich und uns mit den tollsten Ideen und Einfällen überraschten. Und wo wir schon dabei waren, habe ich mit meinem Sohn natürlich auch selbst gelesen und uns ein für alle Mal im James-Krüss-Universum verewigt.

Aus all diesem Material habe ich einen kleinen Film gebastelt, ein Geburtstagsgruß an einen der großen deutschen Wortschmiede.

Happy Birthday, James!

Werner Kranwetvogel
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