Aliens in Oberbayern

Meine persönliche Liebeserklärung an Bayern...

“Woher kamen die Bajuwaren? Schon diese Frage ist problematisch, denn im Grunde wissen wir bis heute nicht, “woher” sie kamen.”

Friedrich Prinz, Die Geschichte Bayerns

 

“Offen bleibt aber immer noch die Frage, wer diese “Leute aus Baiaheim” waren und wo dieses Herkunftsland gewesen sein mag.”

Wilhelm Volkert, Geschichte Bayerns

 

“In unserern Schriftquellen jedenfalls tauchen die Bayern um 550 ganz unvermittelt auf… Sonst aber schweigen sich die Zeugnisse alle aus, und es bleibt nur jenes geheimnisvolle Dämmern, das die Anfänge allen Volkstums umgibt.”

Benno Hubensteiner, Bayerische Geschichte

 

“Während nämlich die Germanenstämme der Goten, Langobarden, Alamannen, Burgunder oder Franken schon früh durch schriftliche Quellen faßbar und deshalb ihre Wanderungen, Kämpfe und Führer zumindest teilweise überliefert sind, fehlt von der Frühzeit der Bayern jede schriftliche Spur bis etwa zur Mitte des 6. Jahrhunderts, wo sie „einfach da“ waren.“

Peter Claus Hartmann, Bayerns Weg in die Gegenwart

 

“Denn jenes Gebiet der Sueben hat im Osten die Baiern, im Westen die Franken, im Süden die Burgunder, im Norden die Thüringer; die Sueben waren damals den Alamannen angeschlossen.”

Jordanes, Gotengeschichte, ca. 551 / 552

 

“Es ist, als wären sie vom Himmel gefallen.”

Gotthilf Müller, Der Bayerische Urknall

Bayerische Impressionen

Das sogenannte “Schuhplatteln”: Heimatpflege oder alter, außerirdischer Ritus?

Story

Stefan und Benedikt sind die nächsten heißen YouTube-Stars. Auf ihrem Comedy-Kanal “Der Mähdrescher”, drehen sie Woche für Woche die Absurditäten des bayerischen Alltags durch den Wolf. Eines Tages erreicht sie anonym ein wahrer Knüller für ihre nächste Show: ein bayerisches Geschichtsbuch, in dem der Historiker Gotthilf Müller die Ursprünge der bayerischen Geschichte mit UFOs verknüpft. Stefan und Benedikt sind wie elektrisiert. Eigentlich wollen sie daraus eine durchgeknallte Sendung über UFOs machen – doch schon bald merken sie, dass mehr hinter der Geschichte steckt. Gotthilf behauptet, dass sein Sohn durch einen Teil eines alten bayerischen UFOs verschwunden ist. Man könnte das als die Spinnerei eines alten Mannes abtun – doch gibt es mächtige Kräfte, die das Verschwinden des Sohns vertuschen wollen. Kann es wirklich sein, dass in Bayern ein 1500 Jahre altes UFO versteckt ist? Und wenn ja – warum hat man dann bislang noch keine Spur davon gefunden?

Stefan und Benedikt kommen auf die Spur eines Geheimnisses größer und bizarrer, als sie es sich in ihren kühnsten Träumen ausgemalt haben.

 

Kinofilm / in Finanzierung

Drehbuch & Regie

Produzentin: Carolin Dassel
Drehbuchweiterentwicklungs-Förderung durch die Filmförderungsanstalt (FFA)

Drehbuchförderung für die Neufassung durch den FilmFernsehFonds Bayern (FFF)

Making of
Mit der kleinen Akte-X-Parodie „Explodiert“ habe ich die Welt der bayerischen Aliens zum ersten Mal betreten. Der Film war an der Filmhochschule sehr umstritten, mein Professor hat ihn nicht so recht kapiert und wollte ihn am liebsten komplett umschneiden lassen, sein Assistent schlug gleiche Kerbe, es war ein wahnsinniger Kampf. Schließlich hatte der Film Premiere in Hof. Festivalleiter Badewitz aka “Der Heinz” mochte ihn sehr und hat ihn aus den Kurzfilm-Programmen rausgenommen und ihn als Vorfilm zu Lars Beckers Allstar-Komödie “Das Gelbe vom Ei” geschaltet. Plötzlich war der Film word-of-mouth in Hof, der Saal war brechend voll, alle wollten ihn sehen – und als zum ersten Mal die Bauern in ihrem tiefem bayerisch mit den Aliens verhandelt haben, sind die Leute ausgerastet, der Saal hat so gelacht, dass ganze Dialogpassagen nicht mehr verständlich waren. Lars Becker kam nach der Aufführung zu mir und meinte “1:0 für Oberbayern”.
Seit dieser Premiere hatte ich das große Bedürfnis, BND Spezial-Agent Frank Müller noch einmal auf die Reise durch’s außerirdische Bayern zu schicken. Doch erst mit dem Umzug nach Berlin und einem ausreichenden Sicherheitsabstand von all den Außerirdischen ist bei mir der Groschen gefallen, wie ich die Geschichte erzählen könnte: genau gesagt ist er beim Studium bayerischer Geschichtsbücher gefallen. Dort geben die bayerischen Historiker ganz unumwunden zu, dass sie tatsächlich nicht wissen, woher die Bayern kommen (siehe die Zitate links). Sie wissen zwar, dass die Bayern im Gegensatz zu den Schwaben, Alemannen und Sachsen nicht an der Völkerwanderung teilgenommen haben, wie die Bayern aber nach Bayern gekommen sind, weiß niemand so genau. In einem der Bücher habe ich dann den entscheidenden Satz gefunden: „Es ist, als seien sie vom Himmel gefallen“. „Aliens in Oberbayern“ erzählt die Geschichte, dass es genau so war.
Meine heimliche Hoffnung war ja immer, dass ich eines Tages von den Guglmännern in den Keller des Münchner Rathauses gebracht werde, wo sie eine stählerne Luke öffnen, die in den Bauch des Raumschiffs Bayern führt. Um diesen Anspruch an Realismus endlich erzählen zu können, haben wir dieses Jahr den Move zum Found-Footage-Film gemacht und das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Lasse Nolte deutlich verkleinert, dokumentarischer, jünger und emotionaler gemacht. Über den dokumentarischen Ansatz hat das Projekt nun endlich die Schlagkraft, dass wir glaubhaft erzählen können, dass die Bayern nicht von dieser Welt sind.
Werde ich gemeinsam mit meiner Produzentin Carolin Dassel das Geheimnis Bayerns jemals lüften dürfen? Die zweite Finanzierungs-Runde läuft gerade. Das nächste Update dann hoffentlich aus dem Keller des Münchner Rathauses…